Desktop & Web-App zur Produktionssteuerung
MES-Erweiterung für die Wacker Chemie AG: schnellere Siliziumproduktion durch nahtlose Integration neuer Fertigungsanlagen und Modernisierung der Systemlandschaft.
Ausgangslage
Die Wacker Chemie AG setzt zur Überwachung und Steuerung ihrer Produktionsprozesse eine selbstentwickelte MES-Lösung ( Manufacturing Execution System) ein. Um die Fertigung von hochwertigem Silizium weiter zu beschleunigen und effizienter zu gestalten, errichtete das Unternehmen ein neues Produktionsgebäude mit modernsten Fertigungsanlagen. Diese Investition erforderte eine umfassende Erweiterung der bestehenden Systemlandschaft.
Anforderung
Die bestehende MES-Software sollte um die neuen Produktionsanlagen erweitert und nahtlos in die etablierten Geschäftsprozesse integriert werden. Im Mittelpunkt standen dabei folgende Anforderungen:
- Internationalisierung: Vollständige Mehrsprachigkeit in Deutsch und Englisch für den standortübergreifenden Einsatz
- Hochperformante Systemkommunikation: Anbindung an weitere Systeme über Apache Kafka mit einer garantierten Verarbeitungszeit von unter zwei Sekunden pro Nachricht. Trotz paralleler Verarbeitung durch mehrere Worker-Prozesse auf verteilten Servern musste die korrekte Reihenfolge der Nachrichten je Produktionscharge zuverlässig sichergestellt werden.
- Zukunftsorientierte Technologiebasis: Neue Komponenten wurden so konzipiert, dass entweder direkt .NET Core zum Einsatz kommt oder eine spätere Migration ohne Anpassungen möglich ist
- Modernisierung des Bestandscodes: Gezieltes Refactoring der bestehenden Implementierungen, um den Weg für eine vollständige .NET-Core-Umstellung zu ebnen
- Qualitätssicherung: Konsequente Anwendung von Clean-Code-Prinzipien und Absicherung der Implementierungen durch automatisierte Tests
Lösung
Sowohl das WPF-Frontend als auch das Backend wurden so erweitert, dass die neuen Produktionsanlagen vollständig abgebildet und in den durchgängigen Produktionsprozess eingebunden sind. Produktionsaufträge werden dabei automatisiert durch das SAP-System ausgelöst; die Produktionsplanung entscheidet, auf welchen Anlagen die jeweiligen Aufträge gefertigt werden. Zu jedem Zeitpunkt ist im System transparent erkennbar, in welchem Bearbeitungsstadium sich ein Auftrag befindet und an welcher Anlagenkomponente er aktuell verarbeitet wird. Das angebundene Lagerverwaltungssystem (LVS) steuert den Transport der Komponenten vollautomatisch und stellt sicher, dass alle Materialien zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort im Produktionsgebäude bereitstehen. Darüber hinaus wurde die zuvor auf Windows CE basierende Scannerlösung in eine moderne Webanwendung überführt. Die nicht mehr herstellerseitig unterstützten Geräte konnten dadurch durch zeitgemäße Android-Hardware ersetzt werden – ein wichtiger Schritt für Wartbarkeit und Zukunftssicherheit. Eine zusätzliche Integration mit ServiceNow ermöglicht es den Produktionsmitarbeitenden, Störungen direkt aus dem System heraus zu melden. Die Tickets werden dabei automatisch mit kontextbezogenen Detailinformationen zur aktuellen Arbeitsstation und zum laufenden Produktionsauftrag angereichert, was die Bearbeitungszeit deutlich verkürzt. Das Deployment der gesamten Lösung erfolgt auf dem hauseigenen Kubernetes-Cluster der Wacker Chemie AG.
Ergebnis
Das neue Produktionsgebäude konnte erfolgreich und termingerecht in Betrieb genommen werden. Die beschleunigte Siliziumproduktion leistet seither einen messbaren Beitrag zum Geschäftserfolg des Unternehmens und stärkt die Wettbewerbsposition von Wacker Chemie am internationalen Markt.und termingerecht in Betrieb genommen werden. Die schnellere Siliziumproduktion wirkt sich positiv auf die Geschäfte des Unternehmens aus.